Anschreiben: Aufbau, Einstieg und was hineingehört

Ein Anschreiben beantwortet eine einzige Frage: warum du und warum diese Stelle. Es ist eine Seite lang, es wiederholt den Lebenslauf nicht, und es wird für jede Bewerbung neu geschrieben.

Von Nele Brandhoff Stand: 2 Minuten Lesezeit
Leerer Holzschreibtisch am Fenster mit einer Tasse und einer kleinen Pflanze im Morgenlicht

Die kurze Antwort

Ein Anschreiben passt auf eine Seite und hat vier Teile: den Bezug zur Stelle, was du mitbringst, warum dieser Betrieb, und der Schluss mit dem Hinweis auf ein Gespräch. Alles, was im Lebenslauf steht, muss hier nicht wiederholt werden.

Der Aufbau

Absatz 1, der Bezug. Welche Stelle, wo gefunden. Und, wichtiger, ein Satz, der zeigt, dass du die Anzeige gelesen hast. Der Standardeinstieg “hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle” ist nicht falsch, er sagt nur nichts. Besser ist ein Satz zu dem, was in der Anzeige den Kern der Aufgabe beschreibt, und warum genau das zu dem passt, was du kannst.

Absatz 2, was du mitbringst. Zwei bis drei Punkte aus dem Anforderungsprofil und dazu, woran man sieht, dass du sie erfüllst. Nicht “teamfähig und belastbar”, sondern die Situation, in der das zutraf. Wer aus einer Ausbildung oder aus dem Studium kommt und wenig Berufserfahrung hat, nimmt Praktika, Nebenjobs oder Projekte, das ist völlig üblich.

Absatz 3, warum dieser Betrieb. Der Absatz, den die meisten weglassen und der am meisten unterscheidet. Ein Satz reicht, aber er muss auf diesen Betrieb zutreffen und auf keinen anderen. Wenn dir dazu nichts einfällt, ist das eine brauchbare Information über deine eigene Motivation.

Absatz 4, der Schluss. Ein Satz, dass du dich über ein Gespräch freust. Kein Konjunktiv, der sich entschuldigt. Wenn ein früher möglicher Eintrittstermin oder eine Gehaltsvorstellung erfragt wurde, steht das hier.

Was man sich sparen kann

  • “Wie Sie meinem Lebenslauf entnehmen können”: dann steht es ja schon dort.
  • Aufzählungen von Eigenschaften ohne Beleg.
  • Der Konjunktiv im Schlusssatz. “Ich würde mich freuen” wirkt zögerlicher, als du bist.
  • Superlative über den eigenen Enthusiasmus. Wer schreibt, dies sei sein Traumjob, hat noch nichts gesagt.

Initiativbewerbung

Ohne Anzeige fehlt der Bezug, den sonst Absatz 1 liefert. Dann übernimmt Absatz 3 die Hauptarbeit: warum dieser Betrieb, und welche Aufgabe du dort siehst. Eine Initiativbewerbung ohne konkrete Vorstellung, was du dort tun würdest, ist für den Empfänger schwer zu beantworten.

Was wir nicht wissen

Ob ein Betrieb überhaupt ein Anschreiben liest, ist von Haus zu Haus verschieden. Manche verzichten inzwischen ausdrücklich darauf und stellen stattdessen ein paar Fragen im Bewerbungsformular. Wenn die Anzeige das sagt, gilt die Anzeige und nicht dieser Text.