Lebenslauf: Aufbau, Inhalt und die häufigsten Fehler
Ein Lebenslauf ist eine Tabelle, keine Erzählung. Er zeigt auf ein bis zwei Seiten, was du gemacht hast, in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, also das Neueste zuerst.

Die kurze Antwort
Ein Lebenslauf in Deutschland ist tabellarisch aufgebaut und meistens ein bis zwei Seiten lang. Er beginnt mit den Kontaktdaten, danach folgen Berufserfahrung und Ausbildung, jeweils rückwärts sortiert, danach Kenntnisse. Ein Foto ist nicht vorgeschrieben.
Die Abschnitte, in dieser Reihenfolge
Kontaktdaten. Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse sollte aus deinem Namen bestehen. Geburtsdatum und Familienstand sind freiwillig, viele lassen beides weg.
Berufserfahrung. Die aktuellste Station zuerst. Pro Station: Zeitraum in Monat und Jahr, Berufsbezeichnung, Betrieb und Ort, darunter zwei bis vier Zeilen zu den Aufgaben. Nicht die Stellenbeschreibung abschreiben, sondern das nennen, was du tatsächlich gemacht hast, und zwar so konkret, dass jemand aus der Branche es einordnen kann.
Ausbildung. Ebenfalls rückwärts. Wer schon einige Jahre im Beruf ist, kann die Schulzeit auf den höchsten Abschluss zusammenziehen. Wer gerade fertig geworden ist, führt Ausbildung oder Studium ausführlicher auf als die Nebenjobs.
Kenntnisse. Sprachen mit einem Niveau, das etwas aussagt, Software, die für die Stelle relevant ist, Führerscheinklassen, wenn sie gebraucht werden. Was jeder kann, gehört nicht in die Liste.
Nur wenn es zur Stelle passt: Weiterbildungen, Ehrenamt, Veröffentlichungen.
Was am häufigsten schiefgeht
Zu lang. Drei Seiten lesen wenige. Ältere Stationen darf man kürzen, sehr alte auch zusammenfassen.
Zu allgemein. “Verantwortlich für diverse Aufgaben im Tagesgeschäft” sagt nichts. Zwei konkrete Sätze sind mehr wert als fünf allgemeine.
Unerklärte Lücken. Dazu unten mehr, aber der Reflex, eine Lücke durch ungenaue Jahresangaben zu verstecken, fällt fast immer auf, weil die Monate fehlen und das auffällt.
Nicht angepasst. Der Lebenslauf bleibt weitgehend gleich, aber die Reihenfolge innerhalb der Kenntnisse und die Ausführlichkeit einzelner Stationen darf sich nach der Stelle richten.
Das Foto
Ein Bewerbungsfoto ist in Deutschland nicht vorgeschrieben. Weil ein Foto Merkmale zeigt, an die das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz Anforderungen knüpft, verzichten manche Betriebe inzwischen bewusst darauf und bitten ausdrücklich darum, keines mitzuschicken. Üblich ist es trotzdem noch, besonders außerhalb großer Unternehmen. Wenn du eines verwendest: ein aktuelles, professionell gemachtes, in der Kleidung, die zur Branche passt. Ein Foto aus dem Urlaub schadet mehr als kein Foto.
Lücken
Eine Lücke ist erst eine Lücke, wenn sie mehrere Monate umfasst. Kurze Übergänge zwischen zwei Stellen erklärt niemand. Längere Zeiträume trägst du am besten selbst ein und benennst sie sachlich: Elternzeit, Pflege von Angehörigen, Krankheit, Weiterbildung, Neuorientierung, Arbeitssuche. Eine sachliche Bezeichnung im Lebenslauf beendet das Thema meistens; eine fehlende Angabe erzeugt genau die Nachfrage, die du vermeiden wolltest.
Was wir nicht wissen
Wie ein bestimmter Betrieb deine Unterlagen bewertet, wissen wir nicht. Es gibt Branchen mit eigenen Konventionen, es gibt Bewerbungssysteme, die Dateien automatisch auslesen, und es gibt Menschen, die anders sortieren als andere. Dieser Text beschreibt das, was verbreitet ist, nicht das, was überall gilt.