Vorstellungsgespräch: Ablauf und die häufigsten Fragen
Ein Erstgespräch dauert meistens dreißig bis sechzig Minuten und folgt fast überall demselben Muster. Die Fragen wiederholen sich so stark, dass Vorbereitung tatsächlich hilft.

Die kurze Antwort
Der Ablauf ist fast immer: Begrüßung, kurze Vorstellung des Betriebs und der Stelle, deine eigene Vorstellung, Rückfragen zu deinem Lebenslauf, deine Fragen, Organisatorisches. Die vier Fragen, die praktisch immer kommen, sind: Erzählen Sie etwas über sich. Warum bewerben Sie sich hier. Warum wollen Sie wechseln. Was sind Ihre Stärken und Schwächen.
Die Fragen, die fast immer kommen
“Erzählen Sie etwas über sich.” Gemeint ist der berufliche Weg, nicht die Lebensgeschichte. Zwei bis drei Minuten, chronologisch oder nach Schwerpunkten, mit einem Übergang zu der Stelle, um die es geht. Das ist der Teil, den man tatsächlich einmal laut üben sollte, weil er sonst entweder zwanzig Sekunden oder zehn Minuten dauert.
“Warum bewerben Sie sich bei uns?” Hier zahlt sich aus, was du über den Betrieb weißt. Ein konkreter Bezug schlägt jede allgemeine Formulierung.
“Warum wollen Sie wechseln?” Sachlich bleiben und nach vorne argumentieren. Was du beim neuen Arbeitgeber suchst, trägt weiter als das, was beim alten gefehlt hat. Über den alten Betrieb schlecht zu reden, ist der Klassiker unter den vermeidbaren Fehlern.
“Was sind Ihre Stärken und Schwächen?” Bei den Stärken: die zwei, die zur Stelle passen, jeweils mit einem Beispiel. Bei den Schwächen: eine echte, die für diese Stelle nicht zentral ist, und dazu, wie du damit umgehst. Die als Stärke getarnte Schwäche (“zu perfektionistisch”) ist so verbraucht, dass sie eher als Ausweichmanöver gelesen wird.
“Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?” Gemeint ist, ob du dir vorstellst, zu bleiben, und in welche Richtung du dich entwickeln willst. Eine ehrliche, grobe Richtung ist eine bessere Antwort als eine erfundene Karriereplanung.
Deine eigenen Fragen
Sie sind kein Höflichkeitsritual am Schluss. Sie sind der einzige Moment, in dem du herausfindest, ob du dort arbeiten willst. Brauchbare Fragen sind zum Beispiel: Wie sieht ein normaler Arbeitstag auf dieser Stelle aus. Wie ist das Team zusammengesetzt. Wie läuft die Einarbeitung. Warum ist die Stelle frei. Woran würden Sie nach sechs Monaten merken, dass die Besetzung gut war.
Keine Fragen zu haben ist die einzige Variante, die durchgehend als schlechtes Zeichen gilt.
Vorbereitung, die sich lohnt
- Die Stellenanzeige noch einmal lesen und zu jeder Anforderung eine Situation im Kopf haben.
- Den eigenen Lebenslauf durchgehen: zu jeder Station eine Erklärung, besonders zu Wechseln und Lücken.
- Zwei bis drei Sätze über den Betrieb, aus dessen eigener Darstellung.
- Fünf eigene Fragen aufschreiben. Zwei werden im Gespräch von selbst beantwortet, dann bleiben immer noch drei.
- Den Weg und die Zeit prüfen. Bei einem Videogespräch Technik und Hintergrund vorher einmal testen.
Was wir nicht wissen
Ob eine Absage an einer Antwort lag, erfährt man in der Regel nicht, und häufig liegt es gar nicht daran. Wir bewerten keine konkreten Gespräche und geben keine individuelle Einschätzung ab.